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Begabungen finden und fördern


Wie wären diese 20% im Schulalter am günstigsten zu nutzen?

Wenn wir uns eine Basis für unsere Überlegungen suchen, dann wäre dafür eine Vorstellung vom Aus-
und Umbau von Gehirnarealen geeignet. Diese Veränderungen werden sich auf die Veränderung
der Vernetzung der Nervenzellen sowohl im allgemeinen als auch in speziellen Bereichen beziehen.
Im Schulalter ist dieser Umbau besonders intensiv während der Pubertät.

Die Schulpädagogik stellt schon lange als Hauptaufgaben Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse
heraus. In aktuellen Veröffentlichungen spricht man von Kompetenzen, etwa von
Sachkompetenz, Methodenkompetenz und Sozialkompetenz.

In der Schule wird nach meinen Beobachtungen der Erwerb von Fertigkeiten und Kenntnissen
( bzw. von Sachkompetenz) überbetont. Dabei erweisen sich die Kenntnisse (die "Sachen", der "Stoff")
als kaum zu fassende Flut von Fakten und sind seltener Methodenkenntnisse. Unterrepräsentiert ist
im allgemeinen die Fähigkeitsentwicklung (bzw. Methoden- und Sozialkompetenz). Dieses Missverhältnis
ist von Nachteilen für alle Schüler ( wie TIMS und PISA nachdrücklich bewiesen haben), insbesondere
folgt daraus eine Benachteiligung der Begabten. Begabte benötigen nachgewiesenermaßen viel weniger
Zeit für die Aneignung von Fertigkeiten und Faktenkenntnissen als die Lehrkräfte im allgemeinen vorgeben.

Also mehr Fähigkeitsentwicklung, bzw. mehr Zeit für den Erwerb von Methoden- und
Sozialkompetenz vom 1. Schuljahr an!


Zu den wichtigsten Methoden gehören allgemeine Lernmethoden, etwa zu lernen
- wie und wann ich im Team lerne,
- wann und warum ich bestimmte Arbeitsmittel einsetze,
- was ich als "wesentlich" dauerhaft im Gedächtnis speichern muss und wie ich das mache.

Zur Methodenkompetenz gehört auch, für eine Gruppe von Problemen mehrere Lösungsmethoden
zur Verfügung zu haben und diese falloptimal anwenden zu können bzw. eine Lösungsmethode
für ein Problem neuer Art selbständig entwickeln zu können.

Diese Beispiele zeigen deutlich, dass es sich immer um die Vermehrung von Vielfalt handelt
(im Unterschied zum Einprägen von "Einbahnstraßen"). Vielfalt ist immer mit Entscheidungen verbunden
und bietet den Vorteil seine Flexibilität zu trainieren.

Diese Empfehlungen gelten unabhängig vom Alter. Es gibt aber auch ein pädagogisch sehr aufschlussreiches
Beispiel für den "Umbau" einer speziellen Gehirnregion, die sich im mittleren Schulalter vollzieht:
Die Entwicklung des praefrontalen Cordex in der Pubertät.
Im praefrontalen Cordex konnten die Fähigkeiten zu Planung, Organisation und zur Wahrnehmung von
Verantwortung lokalisiert werden, d.h. Komponenten, die für das Sozialverhalten wesentlich sind.
Im Alltag drückt sich das darin aus, dass Mädchen und Jungen in diesem Alter nach selbstbestimmten Aufgaben
suchen und einerseits eine helfende Hand gern angenommen wird, andererseits "Gängelei" (mitunter recht krass)
abgelehnt wird. Bezgl. der Kompetenzen handelt es sich hier um Sozialkompetenzen. Die Entwicklung solcher
Kompetenzen werden in den Schulen leider selten bewusst gefördert, sind bei den einzelnen Individuen aber sehr
unterschiedlich entwickelt. Das führt oft zu Spannungen und Diskrepanzen, unter denen die Minderheiten, also
z.B. Begabte oft zu leiden haben.
Eltern und Pädagogen haben also eine große Verantwortung als auch beträchtliche Möglichkeiten der Einwirkung.

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