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Begabungen finden und fördern


Wofür steht der Begriff „Begabung“ in etwa ?


Die Worte Talent, Begabung, besondere Begabung oder sogar Hochbegabung
(über die unterschiedliche Verwendung sprechen wir später) drücken eine besondere,
überdurchschnittliche Leistungsbefähigung aus. Die Leistung sollte dabei zwar mit
Engagement aber auch mit einer scheinbaren Leichtigkeit erbracht werden.

Da „überdurchschnittlich“ einen Vergleich mit einer Gruppe voraussetzt, vergleicht
man gewöhnlich die Leistungsbefähigung unter Gleichaltrigen (d.h. interindividuell).
Hat z.B. ein Kind im Vorschulalter ohne Aufforderung und starke Hilfen das Lesen gelernt,
so ist dies eine besondere Leistung und verweist auf eine Begabung. Hat ein Kind Zugang
zu einem Klavier und klimpert nicht nur hin und wieder darauf herum, sondern erkennt
Gestaltungsmöglichkeiten und wünscht sich sogar eine systematische Unterweisung, so ist
dies ein weiteres Beispiel.
Begabte Kinder fallen häufig durch ihr „nicht altersgemäße“ Wollen auf – und damit
auch manchem Erwachsenen lästig.

Diese ungefähre Beschreibung unseres Gegenstandes verweist schon deutlich auf
drei sehr wichtige Umstände:
  • Diese Erklärung des Begriffs Begabung ist an den der Leistung (Performanz) gebunden.
    ZIEGLER (>Literatur) gibt u.a. folgende Definition:
    Hochbegabter: eine Person, die wahrscheinlich einmal Leistungsexzellenz
    erreichen wird.
    Exzellenz bedeutet, anderen auf einem Gebiet deutlich voraus zu sein.
    Um Begabungen zu registrieren, müssen wir den Probanden also Leistungen abverlangen. Leistung und Begabung
  • Eine Begabung äußert sich in Handlungen auf ganz bestimmten Handlungsfeldern,diese Felder können
    von sehr unterschiedlichem Charakter sein. Man unterscheidet daher Begabungen in gewissen
    Begabungsrichtungen:
    - allgemein-geistige (auch als 'intellektuelle' bezeichnet),
    - musisch-künstlerische,
    - sportlich-physische,
    - handwerklich-technische,
    - sozial-kommunikative,.......

Eine ähnliche Differenzierung von Begabungen nimmt Howard GARDNER
in seiner "Theorie der multiplen Intelligenzen" vor.

Am weitesten perfektioniert ist das Finden und Fördern von Begabungen im Sport und in
der Musik. Die meisten Untersuchungen beziehen sich auf Begabungen der
allgemein-geistigen Richtung
, darauf werde auch ich mich hier beschränken!

  • Unbedingt zu beachten ist, dass Begabung nur eine Eigenschaft der gesamten
    Persönlichkeit
    ist! (Persönlichkeiten mit einer Begabung nennen wir kurz "Begabte".)
    Begabung und andere Eigenschaften beeinflussen und überdecken sich zum Teil
    nicht unerheblich. Daher ist der Erfolg der Begabtenförderung auch davon abhängig,
    inwieweit Erkenntnisse der allgemeinen Psychologie und speziell der Lernpsychologie
    im Findungs- und Förderungsprozess berücksichtigt werden.

  • Ein Beispiel für die Überdeckung von Begabungsqualitäten durch Persönlichkeitsfaktoren:
    Nehmen wir zwei den schulischen Leistungen nach gleiche Schüler an. Sie verfügen beide über
    ein sehr gutes Abstraktionsvermögen und lieben streng logisches Argumentieren.
    Der Schüler E. ist seinem allgemeinen Verhalten nach extravertiert, der Schüler I. introvertiert.
    Ein Lehrer A schätzt E. wegen seiner den Unterricht befördernden Art und kritisiert I. wegen
    seiner „Passivität“, einem anderen Lehrer B ist das stille Verhalten von I. viel lieber als das ihn
    „nervende“ von E.. Werden sich A und B über die Ausprägung einer Begabung bei E. und I. einigen?