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Begabungen finden und fördern


Zu Denkfähigkeit und Eistellung im Detail:

Die Bezeichnung Bewusstheit impliziert, dass die zugehörigen geistigen Tätigkeiten
vorwiegend bewusst ablaufen bzw. bewusst gemacht werden können. Erscheinungsformen sind:

  • Methodenbewusstheit äußert sich in der bewussten Anwendung
    von allgemeinen, heuristischen, fachspezifischen oder
    aufgabenspezifischen Methoden. Die Anwendung auf hohen Niveau
    setzt die Kenntnis verschiedener Methoden und die Fähigkeit voraus,
    diese bezüglich ihrer Effektivität zu vergleichen. Als „allgemeinste“ der
    Methoden könnte das prinzipielle Vorgehen beim Problemlösen –
    nämlich das rückgekoppelte Durchlaufen der Phasen „Orientierung“,
    „Bearbeitung“ und „Auswertung“ – angesehen werden.
    Methoden, die häufig benutzt werden, rechnet man zu Routinen, die unbewusst eingesetzt
    werden. Weiteres unter >"Lernen\Lernmethoden" und >"Individuum\wie?".

  • Zielbewusstheit äußert sich in der Steuerung des Handlungsablaufes
    durch das mit der Aufgabenstellung vorgegebene Ziel (z. B. Vermutungen,
    Teilzielbildung). Zielbewusstheit aktiviert vom Ziel her Teilhandlungen.

  • Bewusstheit der Rückschau äußert sich in einem bewertenden Vergleich
    zwischen Aufgabenstellung und Resultat, im einfachsten Falle von Kontrollen,
    in entwickelterer Form im Erfassen des methodologischen Erkenntnisgewinns
    nach Bearbeitung der gelösten Aufgabe.

Für die Beweglichkeit (auch Disponibilität, Flexibilität genannt) sind Prozesse
charakteristisch, die vorwiegend unbewusst ablaufen.
Beweglichkeit ist eine Qualitäten des Denkens, deren wesentliche Funktion
darin besteht, die für die Lösung einer Aufgabenstellung notwendige Information disponibel zu machen.
Dabei wird davon ausgegangen,dass die für eine Problemlösung hinreichende Information
zwar vorhanden, aber in andere Zusammenhänge eingebettet ist. Jede Herauslösung einer
solchen gebundenen Information ermöglicht deren Übertragung, Umstrukturierung und
Einordnung in den Problemzusammenhang und führt damit zu Resultaten der Denkbeweglichkeit.
Erscheinungsformen der Beweglichkeit
sind z. B.:
- Reduktion („verkürzendes" Denken, z.B. durch Antizipation)
- Reversibilität (Umkehrung von Gedankenfolgen)
- Umstrukturierung des Materials
- gleichzeitiges Beachten mehrerer Aspekte
- Transferierung (Übertragung von vollzogenen Operationen
bzw. Operationsfolgen auf neue Situationen).

Interesse ist hier Erkenntnisinteresse und spiegelt das Erkenntnisbedürfnisder Kinder bzw. Jugendlichen
wider. In der Ausprägung eines "echten" oder "vertieften" Interesses wird es zur Triebkraft für zielgerichtete Tätigkeiten.
Die elementare Basis für ein Interesse ist die Neugier.
Zunächst beobachtet man ein besonderes Interesse an Aufgaben abstrakt - logischer Art. So wie sich das Interesse
speziellen Gegenständen zuwendet, lässt sich häufig die Entwicklung einer sogenannten Spezialbegabung erkennen.
Typisch für Begabungen ist eine disproportionale Entwicklung der Interessen.

Unter Beharrlichkeit verstehen wir die konsequente und dauerhafte
Zielverfolgung trotz gegensätzlicher Handlungsbedingungen, wie sie z. B.
Belastungen vielfältigster Art (in der Schule, im Elternhaus oder unter den Peers)
oder Ablenkungen, Misserfolge, auch physische Ermüdung darstellen. Diese
Beharrlichkeit kann nicht von außen erzwungen werden, sie ist nur im
Zusammenhang mit großer Selbstständigkeit denkbar. Beharrlichkeit sollte
nicht verwechselt werden mit Persönlichkeitsmerkmalen wie Fleiß oder Ehrgeiz.
Letztere sind häufig nur darauf gerichtet, bestimmten Forderungen bzw. Erwartungen
der Lehrer oder der Eltern zu erfüllen.

Kreativität bezeichnet hier eine Produktqualität. Das Produkt ist dabei
die durch einen Denkprozess gefundene Lösung eines vorgegebenen Problems.
Wesentliche Qualitätsmerkmale sind dabei Neuigkeit, Ungewöhnlichkeit und Stringenz.
Diese Merkmale sind natürlich relativ zu bewerten und hängen insbesondere vom durchschnittlichen
Leistungsniveau der Probanden ab. Bei Schülerwettbewerben, bei denen Probleme zu lösen sind, werden daher für
unterschiedliche Altersgruppen unterschiedliche Probleme gestellt, wir sprechen also hier von subjektiver Kreativität.
Umgangssprachlicher formuliert: Kreativ sein heißt, die beste Idee zur Lösung eines Problems zu
finden und diese auch zur Lösung anwenden zu können. Wie läßt sich das mittels des Modells beschreiben?
Wo sind Ideen, bzw. Bausteine für solche, zu finden? Im Wissen!
Wie sind die geeigneten Ideen auszuwählen? Mittels Flexibilität!
Wie sind die Ideen auf die Lösung anzuwenden? Mittels Methodenbewusstheit!
Natürlich ist das kein linearer Prozess (>Psychologie>Lernen>Lernmethoden> Problemlösunen)
und er verläuft im entscheidenden Segment "Flexibilität" im hohen Maße im Unbewussten.

Alle genannten Eigenschaften und Kriterien müssen in der Anwendung natürlich
altersgemäß interpretiert werden, s. auch unter >Psychologie und >Finden.

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